Freitag, 9. September 2011

Eucharistische Totalschäden 1

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Keine Ahnung, wieviele Zigarren der 1987 verstorbene Bernard Jan Kardinal Alfrink täglich gepafft hat, doch unter der Menge der Konzilsväter sei er am trefflichsten zu finden gewesen, wenn man nach einer Art wandelnden Nebelbank Ausschau gehalten habe. Vielleicht war des Kardinals Blick auch vernebelt, als er dem berüchtigten "Holländischen Katechismus" (im Original: De nieuwe katechismus) 1966 das Imprimatur verpasste. Die deutschen Bischöfe verweigerten der 1968 unter dem Titel Glaubensverkündigung für Erwachsene publizierten Übersetzung die kirchliche Druckerlaubnis; die deutsche Ausgabe wurde ab 1969 zwar immer noch ohne Genehmigung der deutschen Bischöfe, dafür aber mit einer Beilage verkauft, die - nach einer Intervention Roms - die schlimmsten Auswüchse etwas gerade rückte. Zu diesem Zeitpunkt entfaltete dieses Buch bereits vielfach seine subversiv glaubenszersetzende Wirkung, denn es stand bereits auf der Spiegel-Bestsellerliste. Dieser "Katechismus" dürfte einer der Schlüssel zur Denke der zwischenzeitlich angegrauten Konzilsgeistgeneration sein. Weil aber auch die den Weg alles Irdischen geht, habe ich vor einigen Tagen für 50 Cent ein Exemplar aus der Diakonie-Wühlkiste gezogen.
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Man muß nicht lange blättern, um fündig zu werden. Zumindest weiß ich jetzt, was manche Priester und Laien antreibt, Messen mit Fladenbrot zu feiern und der Gegenwart des Herrn in der heiligen Eucharistie mit Haltungen zu begegnen, die man hie unbekümmert und da ungläubig nennen kann. Was soll man auch davon halten, wenn man sowas zu lesen kriegt:
Wann hört die Gegenwart Christi in der eucharistischen Gestalt auf? Sobald das Zeichen des  Brotes nicht mehr da ist. (...) Auch würde niemand Brot, das zu Staub zerfallen ist, vernünftigerweise noch Brot nennen. Deswegen sind winzige Reste, die von dem Brot irgendwo haften bleiben, kein Zeichen für die Gegenwart Christi mehr. Solange also der gesunde Menschenverstand sagt: "Hier ist Brot", ist es Zeichen für Jesu Anwesenheit. Kurz gesagt: "Brot" ist kein physikalischer, sondern ein menschlicher Begriff.
Ganz abgesehen von der fruchtlosen Korinthenkackerei - hier spottet der Katechismus sowohl der Lehre als auch der jahrhundertealten liturgischen Praxis der Kirche - in Bezug auf die Frage nach der Gegenwart Christi auch in Partikeln der konsekrierten Hostie, stellen sich die Autoren meines Ermessens fast selbst ein Bein: Gerade da das "Brot" (und es geht in den entsprechenden Kapiteln dauernd um "Brot") nur noch Zeichen für die Gegenwart Christi ist, sind nicht nur physikalische, sondern auch menschliche Begrifflichkeiten vergleichsweise nachrangig. Vor dem Geheimnis der Gegenwart Christi im "Brot" steht es dem Menschen nicht an, Fein-tuning nach eigenem Gusto zu betreiben. Die Parole lautet: Ehrfurcht. Anbetung. Teilhabe. Basta.
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Ein Blick auf die Gegenwart zeigt die Folgen solcher "Katechesen" ...

1 Kommentar:

jos.m.betle hat gesagt…

Wie so manche andere Bücher dieser Zeit steht der Holl. Kath. ganz hinten im Bücherregal ... Aber, in der tat, damals war es der große Renner. Wir bekamen als Jugendliche, die in der Kirche aktiv waren, dieses machwerk geschenkt - vom Pfarrer. Natürlich wurde darin gelesen, diskutiert und alles in Frage gestellt, - nein ... es war bereits verworfen. Im Rückblick eine schlimme Zeit. Aber schlimmer noch ist es heute, weil sich die Bischöfe immer noch gegen das lehramt wenden und scheinbar nichts aus der Nachkonzilszeit gelernt haben.
Trotzen wenigstens wir dem Ungeist! Lasst uns treu sein im Glauben der heilige katholische Kirche!