Sonntag, 25. Dezember 2011

Sankt Stephan

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Munzingen - Pfarrkirche St. Stephan
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Spätestens die Nachrichten des Tages holen uns an Weihnachten in die Realität dieser Weltzeit zurück - in diesem Jahr haben vor allem Brüder und Schwestern in Nigeria ihren Glauben mit dem Leben bezahlt. Beten wir für die Ermordeten, die Verwundeten und deren Angehörige - und für alle, denen eine friedliche Weihnacht versagt geblieben ist.
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Und empfehlen wir sie der Fürsprache des hl. Erzmartyrers Stephanus! Die Liturgie könnte uns daran erinnern, daß für den Glauben, den zu üben uns keine großen Einschränkungen hindern (ebenso, wie wir täglich satt werden und ein Dach über dem Kopf haben), daß sich dieser Glaube andernorts unter und trotz Bitterkeit und Leid bewähren muß, einst vor den Toren Jerusalems, heute bei den Christen Nigerias oder Ägyptens oder ...

Frohe Weihnachten euch allen!

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Die Geburt Christi
Eschbach, Pfarrkirche St. Jakobus
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O vis eternitatis
que omnia ordinasti in corde tuo,
per verbuum tuum omnia creata sunt,
sicut voluisti,
et ipsum verbum tuum
induit carnem
in formatione illa, que educta est de Adam.
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Et sic indumenta ipsius
a maximo dolore
abstersa sunt.
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O quam magna est benignitas salvatoris,
qui omnia liberavit
per incarnationem suam
quam divinitas exspiravit sine vinculo peccati.
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Et sic indumenta ipsius
a maximo dolore
abstersa sunt.
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O Urkraft aus Ewigkeit!
Geordnet hast Du in Deinem Herzen das All.
Alle Dinge der Welt,
so wie sie da sind, wie Du sie gewollt,
Du hast sie geschaffen
aus Deinem Wort.
Und dieses Dein Wort,
es ward Leib,
in jener Gestalt, wie sie erwuchs uns aus Adam.
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Und also ward
auch unsere leibliche Hülle
befreit von gewaltigem Leid.
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O wie groß ist unseres Heilandes Güte!
Er hat alles erlöst, da er Mensch ward,
als Er - ohne die Fessel der Schuld - ausging aus Gott.
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Und also ward
auch unsere leibliche Hülle
befreit von gewaltigem Leid.
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Responsorium
der heiligen Hildegard von Bingen
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Allen Lesern und Gästen auf diesen Seiten
eine segensreiche und friedvolle Christnacht
und frohe Weihnachtstage unter des Engels Ruf:
Heute ist euch der Heiland geboren!



Freitag, 23. Dezember 2011

Skandal: Ochs frisst Windel auf

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Man merkt, daß der Advent in diesem Jahr lange währt, denn so mancher Beitrag in der Blogozöse kratzt schon mal weihnachtlich die Kurve. Ich jetzt auch, angeregt von Braut des Lammes und der dort betriebenen biblischen Viecherei. Ich stelle vor:
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Der Ochs frisst dem Jesuskind die Windel und bekommt von einem heiligen Miniatur-Joseph darob mit dem Stock eins übergebraten. Zu finden im hiesigen Münster. Man sollte Kinder wirklich nur im absoluten Notfall in Futterkrippen deponieren ...

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Chorgebet live

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Ein neues Angebot der Abtei Le Barroux.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Große Erwartungen

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Verkündigung
Merdingen im Breisgau - St. Remigius
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Derzeit herrscht hier nicht allzuviel Umtrieb und irgendwie bin ich mit allen möglichen und unmöglichen Sachen im Verzug, schon froh, wenn ich den Diurnaleblog halbwegs pünktlich bestücke, und selbst vom nahen Weihnachtsfest fühle ich mich fast etwas überrumpelt, hege aber die Hoffnung, als eines der zumindest letzten Schafe noch zu rechter Zeit gen Krippe zu traben. Zu spät kommt auch dieser Eintrag, denn er wäre am vergangenen Sonntag höchst passend gewesen. Sei's drum.
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Mir ist wieder ein Buch in den Schoß gefallen, etwas Marianisches: So feiert dich die Kirche - Maria im Kranz ihrer Feste, ein die Zeit vor dem Konzil umfangender Rundblick durchs Kirchenjahr. Offenkundig gibt es mindestens 52 offizielle Marienfeste, sozusagen für jede Woche eins, von so manchem hatte ich bislang null Ahnung. So wird zum Beispiel am 24. Mai das Fest "Maria vom Wege" gefeiert, zumindest bei den Jesuiten. Oder am 18. Dezember das Fest "Mariä Erwartung" ... also am vergangenen Sonntag. Zur Geschichte des letztgenannten Festes erwähnt das Buch:
In den früheren Jahrhunderten wurde an diesem Tage in der abendländischen Kirche "Mariä Verkündigung" gefeiert, während man im Orient dieses Fest immer am 25. März beging. Denn in den meisten Jahren fiel das Fest in die Fastenzeit, die keine besondere Feierlichkeit gestattete. Darum bestimmte das Konzil von Toledo im Jahre 656 dafür den 18. Dezember. Dieser Brauch hielt sich aber nicht. Mit der Zeit fing an in verschiedenen Ländern (zuerst in Spanien) an, Mariä Verkündigung wieder am 25. März zu feiern. Dabei wollte man aber den 18. Dezember als Muttergottestag nicht aufgeben und setzte darum das Fest Mariä Erwartung ein. (...) 1575 erhielt das Fest Mariä Erwartung endlich seine kirchliche Bestätigung, und als man es 1725 in Rom einführte, war es bereits vielerorts bekannt. Gegen Ende des 18. Jahrhunders wurde es fast in der gesamte abendländischen Kirche gefeiert.
Ein schönes marianisches Adventslied vereint die verschiedenen Bedeutungsebenen, die - so kurz vor Weihnachten - im Titel "Mariä Erwartung" verwoben sein mögen. Es wird auf die fast gleiche Melodie gesungen wie das hier verlinkte Lied:
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Maria war alleine, versunken im Gebet:
"Emmanuel, erscheine, dich kündet der Prophet!
O Davids Sohn,
wie gern möcht ich dich schaun!
Und dienen deiner Mutter,
der Königin der Fraun" - Kyrie eleison.
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Und sieh, gesandt von oben, ein Engel trat herein:
"Maria, hoch erhoben, gegrüßet sollst du sein!
Die Huld und Kraft
des Ewgen ist mit dir;
o zage nicht, Maria,
dich schmückt der Gnaden Zier" - Kyrie eleison.
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"Du sollst der Welt gebären des Allerhöchsten Sohn,
und ewiglich wird währen des Vaters David Thron.
An dir, o Jungfrau,
Großes sich erweist; 
du wirst von Gott empfangen,
betaut vom Heilgen Geist" - Kyrie eleison.
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Maria sprach mit Neigen: "Ich bin des Herren Magd;
er mag an mir erzeigen, was du mir angesagt!"
Der Engel schied.
Das Wunder ist geschehn. 
Laß dich nun bald, o Heiland,
in unsrer Mitte sehn - Kyrie eleison.
... große Erwartungen!

Sonntag, 4. Dezember 2011

Wenn Emmanuel hier nicht kommt, muß er schwerhörig sein ...

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Nun ja, diese angloamerikanische Bearbeitung von Veni, Veni Emmanuel ist vielleicht nicht ganz das, was man sich unter besinnlicher Adventsmusik vorstellt, mir aber gefällt's trotzdem (das dann doch zu pathetische Filmmusik-Amen am Ende einmal ausgenommen). Hier also ein musikalischer Adventsgruß an die Blogozöse ...


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Dem Einvernehmen nach handelt es sich beim Chor übrigens tat-sächlich um den Coral Ridge Presbyterian Church Chancel Choir und nicht um die singend vereinigten Fanclubs von ZDK und Freiburger Diözesanrat; was beweist, daß man auch in Würde altern kann.

Montag, 7. November 2011

Die zeitgenössische Kunst und die wohltuende Ausnahme

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"Ganz wesentlich wird der Raum so neben der Architektur von zeitgenössischer Kunst geprägt. In diesem Zusammenhang stellt die barocke Marienfigur, die aus der alten Laurentius-Kirche an den neuen Standort übernommen und am Pfeiler links neben dem Altarbereich angebracht wurde, eine Besonderheit und zugleich wohltuende Ausnahme dar" ...
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Aus einem Artikel zur Kirche des Monats November auf den Seiten von Robbie's own Country.

Samstag, 15. Oktober 2011

Piusbruderschaft bezieht Foltermuseum

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Wenn das mal keine gute Nachricht ist! Die Priesterbruderschaft St. Pius bewegt sich auf die Restkirche zu, zumindest räumlich und in Freiburg. Die Badische Zeitung will herausgefunden haben, daß in einem Anwesen unmittelbar am Münsterplatz, mithin im Schatten des Münsterturms und damit nur wenige Hupfer von ebensolchem Münster, der Domsingschule und dem Ordinariat entfernt, die "Feier der Heiligen Messe im tridentinischen Ritus" geplant sei, "in Bälde in diesen Räumen" von und mit der Piusbruderschaft. Das erkieste Anwesen trägt seit dem Mittelalter - ob man das als Walten der Vorsehung sehen mag, steht dann doch auf einem anderen Blatt - den Namen "Haus zum Lichtstock".
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Zuvor beherbergte das immobiliare corpus delicti zeitweilig ein privat geführtes Folter-Museum, das den Besuchern einige interessante Exponate und viel Gelumpe zu Nutz' und Lehr' präsentierte, eine gehörige Portion Geschichtsgeklitter war im Eintrittspreis obendrein mit drin. Daß das Mittelalter jetzt quasi von neuem einziehen könnte, wird wahrscheinlich nicht nur auf den weiten Fluren des Ordinariats befürchtet, jedoch dürfte der potentielle Mieter dort foltermäßig besonders deftig aufschlagen - wo man sich doch eben erst hat durchringen mögen, die Freiburger Sonntagsmesse "im tridentinischen Ritus" wöchentlich stattfinden zu lassen.
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Zum Schmunzeln ist aber allemal die Reaktion des Vermieters auf die Presseanfrage zu dieser Geschichte. Der wollte sich der Badischen Zeitung gegenüber nicht äußern, "weil er gerade dabei sei, den Rosenkranz zu beten". Der Rosenkranz ist, dies wissen wir ja zwischenzeitlich aus irgendeinem diözesanen Käseblatt, "ein umstrittenes Gebet", das aber offenkundig machtvoll genug zu sein scheint, um sich Pressefritzen vom Leib zu halten.
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Solche etwa vom Schlag eines Gerhard M. Kirk, seines Zeichens Kirchenredakteur der Badischen. Der hat, aber das nur am Rande, den Papstbesuch entweder im freigewählten Sommerschlaf verbracht oder wurde von der Chefredaktion temporär eingemottet, was der Berichterstattung insgesamt nicht abträglich war. Wobei man sagen muß: Sein Artikel über den möglichen Zuzug der Piusbrüder auf den Münsterplatz ist mit vergleichsweise ruhiger Hand geschrieben. Zudem fehlt der Hinweis am Ende des Artikels, daß "der deutsche Papst" die Exkommunikation trotz .... und wie war das noch mit dem Holocaust ... und überhaupt ...

Montag, 10. Oktober 2011

Beten wir ...

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... für Seine Heiligkeit Shenouda III., Papst von Alexandrien und Patriarch des Heiligen Stuhls von Sankt Markus, für den Klerus und das gesamte Volk Gottes in Ägypten in dieser Stunde der Heimsuchung.
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Allmächtiger, ewiger Gott,
in Deiner Hand ruhen die Gewalten
und die Rechte aller Reiche.
So sei denn darauf bedacht,
den Christen zu helfen,
damit die Heidenvölker,
die auf ihre rohe Kraft vertrauen,
durch die Macht Deiner Hand
niedergerungen werden -
durch Jesus Christus,
Deinen Sohn, unseren Herrn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit Dir lebt und herrscht,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
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(Missale Romanum - Gebet aus der Votivmesse
zur Verteidigung der Kirche)

Samstag, 8. Oktober 2011

Aufgelesen: Menschenfurcht?

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"Ist auch ihre (gemeint sind die Christen) Furcht nicht so groß, daß sie Druckmitteln und Einschüchterungen soweit nachgeben, nun selbst dem gottlosen Beispiel zu folgen, so mögen sie doch den Zirkus, den sie selbst nicht mitmachen, häufig auch nicht tadeln. (...)
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Sie tadeln nicht, weil sie Muffe schieben, ihr Wohlergehen und ihr guter Ruf könnten (...) gefährdet werden oder auf der Strecke bleiben. Keineswegs treibt sie hier die Sorge um, daß hierdurch ihr Einfluß auf orientierungslose Menschen noch geringer werden könnte.
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Ihre Furcht entstammt vielmehr einer Schwäche, die sich an schmeichelndem Small Talk und des heiteren Tages freut. Und die zurückschreckt vor dem Gerede der öffentlichen Meinung, erst recht vor Marter oder gar dem Tod. Dies aber läßt mehr darauf schließen, daß man lieber den sehr weltlichen Angeboten irgendwelcher Trends folgt, als dem Verantwortungsgefühl und der Liebe"
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(St. Augustinus: De Civitate Dei, 1.9)
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PS Ein Problem der Kirchenväterlektüre besteht darin, daß die Texte, übersetzt man ihren antiken Gestus wörtlich, oft ungeheuer verstaubt daherkommen. Diese Paraphrase auf der Grundlage der Übertragung von Wilhelm Thimme versucht, mehr den Gedanken Augustins und weniger dessen Wortwahl auf die heutigen Zeitverhältnisse anzuwenden.
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PPS Bei diesen Worten können wir uns sicher alle an die Nase fassen. Aber irgendwie kam mir beim ersten Lesen vor allem der deutsche Episkopat in den Sinn. Warum nur ...? Vielleicht, weil der hl. Augustinus ein paar Zeilen weiter vorne noch annahm, kirchliche Amtsträger erlägen entsprechenden Versuchungen irgendwie weniger? Auch Kirchenväter scheinen dann und wann daneben zu liegen.

Los Wochos: Gagagei

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Bislang waren mir die blogozösanen Los Wochos Aktionen irgendwie suspekt, will sagen: Ich hab nicht ganz kapiert, was dahinterstecken soll, wenn irgendwelche Filmchen gepostet und unter entsprechendem branding an den Mann gebracht werden. Aber auch blinde Hühner finden irgendwann Körner ... "Musik und Themen aus Kindertagen, als die Guten noch richtig gut und die Bösen nicht ganz so böse waren" lautet mithin das aktuelle Motto, ausgeheckt von Johannes
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"Gagagei mai gagagei" war das erste (kommerzielle) Musikstück, das nachhaltig den Weg in meine Ohren fand. Das dem so war, wurde übrigens nicht nur von meinen Eltern bestätigt - es sind auch eigene rudimentäre Erinnerungen vorhanden. 
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Dienstag, 4. Oktober 2011

" ... der muß sich selbst erbauen auf dem Wort" - St. Franziskus

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St. Franziskus
Oberrotweil am Kaiserstuhl
Pfarrkirche St. Johannes Baptist
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... So tritt er unerbittlich aus Stand und Vaterhaus; da er draußen in der verfallenen Kirche San Damiano betet, befiehlt ihm der Gekreuzigte: "Franz, stelle mein Haus wieder her". Er gehorcht und verkauft die ihm anvertrauten Tücher. Aber die Ahnung wird ihn nicht verlassen, daß hinter dem wörtlich befolgten Gebot ein viel größeres, erschreckendes, weltumfassendes steht: Wer das Haus des Herrn wiederherstellen soll, der muß sich selbst erbauen auf dem Wort ... (Reinhold Schneider: Franziskus)

Montag, 26. September 2011

Sonntag, 18. September 2011

Die nächste Woche im Diurnale ...

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... wird liturgisch ein wenig turbulent. Die Quatembertage stehen ins Haus, was die Bekanntschaft mit dem zweiten Psalmschema in den Laudes fördert und die Preces auf den Plan ruft, und am Ende der Woche können die Schweizer den heiligen Niklaus von der Flüe kräftig abfeiern. Zum aktuellen Kalender gehts hier lang.

Freitag, 16. September 2011

Besser leben mit dem Katechismus, Teil 2

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Und weiter gehts mit unserer Katechismusreihe. Nach dem kleinen Exkurs zum Thema "Ehe" (aus gegebenem Anlass) fahren wir heute mit jener Frage fort, die sich in Deharbes Altvorderen-Katechismus unmittelbar an die allererste Frage anschließt. Zur Erinnerung: Zu allererst wurde gefragt, wozu wir uns eigentlich auf Erden rumtummeln. Wer die Antwort noch nicht drauf hat, kann hier spicken. Heute nun:
2. Was ist der Himmel?
Der Himmel ist der Ort ewiger, vollkommener Glückseligkeit. 
Soviel zu Deharbe. Sehe ich jetzt beim ein oder anderen Leser dieses verschmitzt-wissende Grinsen ... "Himmel - auch so ein Ammenmärchen"? Nein, wir glauben weder an den netten Papa mit Rauschebart, auch nicht an den Münchner im Himmel und nicht an Engel, die von morgens acht Uhr bis mittags 12 Uhr frohlocken und von mittags zwölf Uhr bis abends acht Uhr Hosianna singen. Wir hoffen auf etwas, was sich wahrscheinlich jeder Mensch irgendwie so erhofft, ohne den riesen Durchblick zu haben, wie das genau werden und sein wird. Der um das Jahr 367 gestorbene syrische Kirchenvater Aphraates hat das mal in Worte zu fassen versucht:
Soviel die Menschen auch darüber reden mögen, sie können es nicht beschreiben: was kein Auge gesehen, können sie nicht schildern (...) Aber angemessen ist, daß der Sprechende diese Stätte vergleichsweise benenne als Wohnung Gottes, Stätte des Lebens, der Vollkommenheit, des Lichtes, der Herrlichkeit, als Sabbat Gottes, Tag der Ruhe, Ruhe der Gerechten, Erquickung der Rechtschaffenen, Wohnort und Heimat der Gerechten und Heiligen, Stätte unserer Hoffnung, Haus unserer festen Zuversicht, Haus unseres Schatzes, Stätte, wo unsere Mühsal ausgetilgt, unsere Not aufgehoben und unser Seufzen gestillt wird. Mit diesen Namen dürfen wir jenen Ort vergleichen und benennen.
Zu schön, um wahr zu sein? Warum so pessimistisch?

Donnerstag, 15. September 2011

... so nimm die Seele auf ins Paradies zu dir!

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Kirche St. Mauritius - Oberbergen im Kaiserstuhl
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Mein Bauchgefühl hat heute gegen die Liturgie rebelliert, genauer: Gegen die Kombination aus Magnificat-Antiphon und dem Canticum selbst ...
Oppressit me dolor, et facies meae intumuit a fletu, et palpebrae meae caligaverunt.
Überwältigt hat mich das Leid, angeschwollen war mein Antlitz vom Weinen, umhüllt meine Augen von Finsternis.
Das Kontrastprogramm zum Magnificat ... oder vielleicht doch eine "Antiphon", eine "Gegenstimme" im wahrsten Sinn des Wortes?
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Das Reich Gottes beginnt und wächst (besser: will beginnen und wachsen) in uns und in der Zeit, vollendet und entfaltet wird es aber erst in der Ewigkeit. Bis dahin stehen wir in einem ungeheuren Spannungsfeld. Einen Tag ist uns nach Jubeln zumute, den nächsten fragen wir uns, wie der "gute" Gott dies oder jenes zulassen kann. Wir sind hin- und hergerissen zwischen Gnade und Sünde, Niederlagen und guten Vorsätzen, dem kleinen Erdenglück und den großen Katastrophen der Menschheit. Einmal stehen wir unter dem Kreuz, ein andermal erzählt uns ein Engel vom leeren Grab. Manchmal spüren wir die Nähe Gottes, dann scheint er uns wieder entzogen. Mir möchten jubeln vor Freude und schreien vor Schmerz.
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Maria hat all das mitgemacht - unseretwegen. Heute sehen wir sie in der Nähe von Gethsemane, am Rand der Menge beim Hin und Her zwischen den Hohepriestern, Pilatus und Herodes, sehen sie dem Richtzug folgen nach Golgatha und stehen unter dem Kreuz.
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Vor einiger Zeit habe ich ein Glasfenster entdeckt - Mariä Himmelfahrt. Es zeigt, finde ich zumindest, nicht die künftige Himmelskönigin, die da emporgehoben wird, sondern die Schmerzensmutter, die magna Mater dolorosa, an der sich nun die Verheißungen des Magnificat erfüllen.
Fac me cruce custodiri, / Morte Christi praemuniri, / Confoveri gratia. / Quando corpus morietur, / Fac ut animae donetur / Paradisi gloria.
Gegen aller Feinde Stürmen / soll mich Christi Kreuz beschirmen, / sei die Gnade mein Panier! / Deckt des Grabes düstre Höhle / meinen Leib, so nimm die Seele / auf ins Paradies zu dir!

Mittwoch, 14. September 2011

... ob dem Erdball glutend schwebt am Himmel hoch das heilige Kreuz ...

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Allmächtiger, o hehre Majestät, Gott Sabaoth,
erhabner Herr, der hohen Himmelskräfte Schöpfer,
des Weltalls Bildner, Christus auch, der Menschen Heil:
Du bist mein Ruhm und meine Kraft, Du all mein Licht und Gut,
Du bist der König, Lehrer, Lenker, teurer Meister,
Du bist der Hirte, der uns führt, der Schafe sichrer Hort.
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Du bist mein Heil, mein heiliger Schöpfer, mein Erlöser;
Du Führer, Weg, Du Licht und Leben, Lohn und Himmelstür;
Du Stimme, Geist und Wort, Du aller Tugendfrüchte Stamm -
Dir weih ich stets und jetztund auch mein armes Wort!
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Dir redet mein Gemüt, Dir meines Herzens tiefste Not.
Was meine Zunge, meine Hand und meine Lippe betet,
was ein gebeugtes Herz, ein redlich Tun, ein heilges Wollen -
es ist Dein: Dein Lob, Dein Lied, o milder Herre Christ!
Dir huldigt, Herr, zerknirscht und fröhlich doch mein ganzes Sein
und spricht, vor Deinem Kreuze hingeworfen, dies Gebet:
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Laß Deines Frühlings Knospe, Deines Altars Gabe,
laß dies Herz Dich lieben!
Nur diesen Brand entfach, nur diese Inbrunst
schüre meiner Seele!
Nur dies laß Durst und Hunger mir und
unnennbare Sehnsucht sein!
Nur dies, daß Du mich mild umfängst,
mich armen Knecht,
der sich zum Opfer ganz Dir weiht -
Dir, guter Jesus!
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So nimm mich denn! Und Deines Kreuzes bittre Seelennot
soll mich verzehren, Deine Schmerzen kühlen meine Fleischeslust
und lenken meinen frevlen Sinn und meinen stolzen Zorn entwaffnen!
Nur milder Sanftmut Worte leg hinein und Friede meinem Geist,
auf daß ich würdig vor Dir wandle!
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Bald zuckt Dein Blitz vom hohen Wolkenkamm. Im Feuerwagen
fährst Du einher zum Weltgericht, im Wetterschein die Bösen zittern.
Sturm und Posaunenschall - und ob dem Erdball glutend schwebt
am Himmel hoch das heilige Kreuz, Dein großes Zeichen.
Dann, Herr, mög dieses Kreuz mich wahren vor der Hölle Brand!
Dann, mildes Gotteslamm, beschütze Deinen frommen Sänger,
des Herz und Mund und Hand allzeit Dein Gnadenzeichen ehrte,
des Lebens eingedenk, das ihm aus solchem Opfer strömt!
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Und jetzt schon, milder Herr, durch der Erlösung schönes Zeichen
gib Ruhe mir ins Herz! So hofft und fleht zu Dir Rabanus,
der alles glaubt, was Du verheißen, in froher Kindeszuversicht.
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So steig denn hin, o heilges Kreuz, in Himmel hoch entschwebe!
Und ewig gelte dir mein Gruß, du hehres Wunderzeichen!
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aus dem Traktat De Laudibus Sancte Crucis
des Rabanus Maurus;
deutsch von Otto Karrer

Sonntag, 11. September 2011

Buber auf der Kirchweih

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Gott hat offenkundig gute Ohren, auch für Details und Stoßgebete am Rande; jedenfalls hatte ich heute mal wieder diesen Eindruck. Wer hier mitliest, dem wird unter Umständen aufgefallen sein, daß ich der Verlockung, wohlfeile Buchangebote und -kisten auf Flohmärkten, Basaren etc. zu durchwühlen, kaum widerstehen kann. Mindestens einmal pro Woche suche ich den Spinnweb-Laden der Diakonie heim und halte Buchbeschau. Gerade in letzter Zeit habe ich da wieder schöne Sachen aufgetan, etwa Der katholische Pfarrgottesdienst, eine Art Schott-Graduale mit viel "Musicke drin" für Messe und Vesper, und das bei den Evangelen, perfekt! Das Buch hatte einen festen Einband und kostete darob einen Euro. Biegsames ist billiger. Ab vier Büchern bekommt man meistens Mengenrabatt und samstags 30 Prozent auf alles.
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Ab und zu schaue ich aber auch in normalen Buchhandlungen vorbei. Vor wenigen Tagen erst stand ich einmal mehr vor dem Bibel- und Exegeseregal bei Herder rum. Gab es da nicht mal das Buch der Preisungen als Einzelausgabe, die jüdischen Psalmenübersetzung von Martin Buber? Nah am hebräischen Text und zugleich ungemein sprachgewaltig ... schon lange auf meiner Hätte-ich-gerne-Liste. Vorhanden war aber nur die Taschenbuchausgabe des ganzen Alten Testaments mit vier Bänden im Schuber für rund 50 Euro. Natürlich hat mich die auch gejuckt; dennoch beschied ich mich, nicht ohne den Hintergedanken, daß mir der liebe Gott dieses Werk doch bei den Evangelen von der Diakonie oder sonstwo in einer Wühlkiste hinterlegen könnte.
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Heute war Kirchweihe in St. Anton. Mit Festzelt, Grill, Tombola, Ständen aller Art und Schießbude (leider nur Luftgewehr). Und mit Floh- und Büchermarkt. Fünf Franken habe ich dort gelassen. Muß ich mehr sagen?
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Das Evangelium vom heutigen 13. Sonntag nach Pfingsten spricht von den zehn Aussätzigen, die der Herr zu den Priestern schickt, sich zu zeigen ... "während sie nun hingingen, wurden sie rein" (Lk 17, 14). Aber nur einer kam zurück zum Herrn, um zu danken ... manchmal reichen auch ein paar Bücher (was zu Meister Eckhart war überdies noch drin):
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Segnen will ich allstündlich IHN,
stets ist in meinem Mund seine Preisung.
Um IHN preist sich meine Seele,
die sich Beugenden hörens und freun sich.
Sagt von SEINER Größe mit mir, 
erheben wir seinen Namen mitsammen!
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(Psalm 33)

KW 37 im Diurnale

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... zum aktuellen Diurnale-Kalender vom 12. bis 18. September bitte hier klicken.

Freitag, 9. September 2011

Eucharistische Totalschäden 1

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Keine Ahnung, wieviele Zigarren der 1987 verstorbene Bernard Jan Kardinal Alfrink täglich gepafft hat, doch unter der Menge der Konzilsväter sei er am trefflichsten zu finden gewesen, wenn man nach einer Art wandelnden Nebelbank Ausschau gehalten habe. Vielleicht war des Kardinals Blick auch vernebelt, als er dem berüchtigten "Holländischen Katechismus" (im Original: De nieuwe katechismus) 1966 das Imprimatur verpasste. Die deutschen Bischöfe verweigerten der 1968 unter dem Titel Glaubensverkündigung für Erwachsene publizierten Übersetzung die kirchliche Druckerlaubnis; die deutsche Ausgabe wurde ab 1969 zwar immer noch ohne Genehmigung der deutschen Bischöfe, dafür aber mit einer Beilage verkauft, die - nach einer Intervention Roms - die schlimmsten Auswüchse etwas gerade rückte. Zu diesem Zeitpunkt entfaltete dieses Buch bereits vielfach seine subversiv glaubenszersetzende Wirkung, denn es stand bereits auf der Spiegel-Bestsellerliste. Dieser "Katechismus" dürfte einer der Schlüssel zur Denke der zwischenzeitlich angegrauten Konzilsgeistgeneration sein. Weil aber auch die den Weg alles Irdischen geht, habe ich vor einigen Tagen für 50 Cent ein Exemplar aus der Diakonie-Wühlkiste gezogen.
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Man muß nicht lange blättern, um fündig zu werden. Zumindest weiß ich jetzt, was manche Priester und Laien antreibt, Messen mit Fladenbrot zu feiern und der Gegenwart des Herrn in der heiligen Eucharistie mit Haltungen zu begegnen, die man hie unbekümmert und da ungläubig nennen kann. Was soll man auch davon halten, wenn man sowas zu lesen kriegt:
Wann hört die Gegenwart Christi in der eucharistischen Gestalt auf? Sobald das Zeichen des  Brotes nicht mehr da ist. (...) Auch würde niemand Brot, das zu Staub zerfallen ist, vernünftigerweise noch Brot nennen. Deswegen sind winzige Reste, die von dem Brot irgendwo haften bleiben, kein Zeichen für die Gegenwart Christi mehr. Solange also der gesunde Menschenverstand sagt: "Hier ist Brot", ist es Zeichen für Jesu Anwesenheit. Kurz gesagt: "Brot" ist kein physikalischer, sondern ein menschlicher Begriff.
Ganz abgesehen von der fruchtlosen Korinthenkackerei - hier spottet der Katechismus sowohl der Lehre als auch der jahrhundertealten liturgischen Praxis der Kirche - in Bezug auf die Frage nach der Gegenwart Christi auch in Partikeln der konsekrierten Hostie, stellen sich die Autoren meines Ermessens fast selbst ein Bein: Gerade da das "Brot" (und es geht in den entsprechenden Kapiteln dauernd um "Brot") nur noch Zeichen für die Gegenwart Christi ist, sind nicht nur physikalische, sondern auch menschliche Begrifflichkeiten vergleichsweise nachrangig. Vor dem Geheimnis der Gegenwart Christi im "Brot" steht es dem Menschen nicht an, Fein-tuning nach eigenem Gusto zu betreiben. Die Parole lautet: Ehrfurcht. Anbetung. Teilhabe. Basta.
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Ein Blick auf die Gegenwart zeigt die Folgen solcher "Katechesen" ...

Montag, 5. September 2011

Aufgelesen: Verdächtig zeitlos?

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Vorbemerkung: Mit der gängigen Pius-XII-Biographirerei für den fromm-konservativen Durchschnittskatholiken werde ich nicht recht froh. Nein, ich schlage mich hier natürlich nicht für Hochhuths Stellvertreter in die Bresche, aber ich kann mich ebenso wenig mit Sr. Pascalinas Piusmemorabilien Ich durfte ihm dienen tiefer anfreunden (wenngleich diese "Erinnerungen" auf ihre Art nett zu lesen sind) wie mit dem "Lebensbild" Der Papst von Konstantin Prinz von Bayern, das derzeit auf meinem Nachttisch liegt. Das Buch der frommen Ordensfrau ist mir schlicht und oft zu blumig, während der bayerische Prinz vor allem echte oder stilisierte Insider-Infos zweiter Hand heranzieht. Informieren ließ sich der Verfasser zum Beispiel von Ludwig Kaas, weiland spiritus rector des deutschen Zentrumspartei.
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Konstantin von Bayern sprach nach dem Krieg mit dem 1933 nach Rom emigrierten Prälaten - eine im Buch reportierte Mahnung Kaasens kommt mir jedenfalls verdächtig zeitlos vor ...
Verfallen Sie nicht in den Fehler so vieler Deutscher, die das Verhalten des Vatikans nur aus ihrer eigenen nationalen Perspektive heraus beurteilen. Die Kirche ist übernational. Deutschland ist in den Augen der Kirche nur ein Sektor und, Sie werden mir das angesichts der Millionen von Amerikanern, Russen, Chinesen zugeben müssen, ein verhältnismäßig kleiner ...
Nachtrag: Ein meines Ermessens wirklich gewinnbringendes Buch zu Pius XII. ist Papst & Teufel von Hubert Wolf, wenngleich dies nicht als Biographie konzipiert ist.

Sonntag, 4. September 2011

KW 36 im Diurnale

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... zur Woche vom 5. bis 11. September gehts hier lang ...

Samstag, 3. September 2011

Aufgelesen: Religion und Zeitgeist


Man hat konstitutionelle Priester gehabt, aber man kann keine konstitutionelle Religion haben.
Antoine Comte de Rivarol (1753-1801) 

Freitag, 2. September 2011

Katechismus-Special

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Ab und zu eine Katechismuswahrheit ... ausgerechnet der Freiburger Erzbischof, der schon andernorts durch ein eigenwilliges Katechismusverständnis aufhorchen ließ, zwingt schier dazu, den pädagogisch sinnigen Plan bereits jetzt über den Haufen zu werfen. Hier also ein Deharbe-Katechismus-Special außerhalb der Reihe mit gleich drei ausgewählten Fragen:
1. Wer hat die Ehe eingesetzt?
Gott selbst hat die Ehe eingesetzt, als er dem Adam im Paradiese die Eva zum Weibe gab, damit die beide gottselig, und in treuer, unauflöslicher Liebe zusammen leben sollten. 
2. Was sollen Eheleute bedenken, wenn sie versucht werden, die eheliche Treue zu brechen?
Daß sie durch Ehebruch
1) den feierlichen Bund brechen, den sie im Angesichte Gottes und der Kirche geschlossen haben;
2) das heiligste Band zerreißen, welches nach Gottes Anordnung die menschliche Gesellschaft einigt und verbindet;
3) allen häuslichen Frieden stören, eine gute Kinderzucht hindern, und das Glück der ganzen Familie zerrütten;
4) sich der Gefahr aussetzen, in Schmach und Elend und in alle Sünden und Laster zu fallen, ja von Gott selber furchtbar  gezüchtigt und endlich ganz verworfen zu werden.
3. Was haben sich jene zu merken, die in den Ehestand zu treten gedenken?
Sie sollen
1) nicht leichtsinnig sich verloben,
2) gehörig unterrichtet und frei von Ehehindernissen seyn,
3) in dem Brautstande unschuldig leben, und nicht glauben, daß ihnen in demselben mehr Freiheit oder das Zusammenleben in Einem Hause gestattet sei,
4) mit reiner gottgefälliger Absicht in den Ehestand treten und
5) vor ihrer Verehelichung würdig beichten und kommuniziren.

Montag, 29. August 2011

Lernt's was! Katechismusfrage 1

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Dieser Tage ist mir ein Buch wieder in die Hände gefallen: Großer katholischer Katechismus mit einem Abrisse der Religionsgeschichte für die reiferer Jugend und für Erwachsene, von J. Deharbe S.J. Regensburg 1856. Den hatte ich irgendwann aus einer Wühlkiste ergattert.
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Dieser Katechismus, von Joseph Deharbe erstmals 1847 veröffentlicht, wurde seinerzeit in 15 Sprachen übersetzt und diente überdies dem später erschienenen Einheitskatechismus als Grundlage. Letzterer wiederum war bis 1955 das führende katechetische Grundwerk für den katholischen Religionsunterricht in Deutschland.
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Nun erinnere ich mich, daß vor einiger Zeit in der Blogozese Stimmen laut wurden, welche sinngemäß die Redseligkeit moderner Katechismen (auch der rechtgläubigen) kritisch beäugten, wohl so ein Fall von Wald, den man vor lauter Bäumen nicht sieht.
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Das brachte mich nun auf die Idee, daß man alle paar Tage eine Katechismus-Frage aus dem Deharbe-Oeuvre veröffentlichen könnte. Wer Lust hat, kann sich die jeweilige Frage beherzen und die Antwort nach Art der Altvorderen auswendig lernen. Nach einigen hundert Einträgen sollte man so über ein gesundes Katechismus-Wissen verfügen.
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Wohlan denn:
1. Wozu sind wir auf Erden?
Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen, und dadurch in den Himmel zu kommen.

Samstag, 27. August 2011

Kalender zum Diurnale

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Der aktuelle liturgische Kalender für die kommende Woche (KW 35) mit den passenden Seitenverweisen für alle Horen des neuen Diurnale Romanum ist hier zu finden.

Freitag, 26. August 2011

Wo steckt Loriot?

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Mit einigem Befremden (ich hoffe, daß ich jetzt keinem der Beteiligten auf die Füße trete) verfolge ich seit einigen Tagen hie und da die Diskussionen um den Verbleib der Seele Loriots: Im Himmel? In der Hölle? Im Fegefeuer? Fragen, die am Letzten rühren.
Und doch wagte es der Erzengel Michael nicht, als er mit dem Teufel über den Leichnam des Moses stritt, ein lästerndes Urteil zu sprechen, sondern er sprach nur: Der Herr schelte dich (Judas 1,9).
Vielleicht sollten wir die Sache einfach Gott überlassen. Seinem Erbarmen möchte ich die Seele des Bernhard-Victor Christoph-Carl von Bülow jedenfalls gerne anempfehlen.

Montag, 22. August 2011

Hilfestellung zum Diurnale Romanum

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Wer des Stundengebet (oder Teile davon) gerne mit dem neu erschienenen Diurnale Romanum beten möchte, aber noch keinen rechten Überblick über die Regeln und Rubriken gewinnen konnte, dem will ein neuer blog helfen:
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... wird in der nächsten Zeit versuchen, anhand eines Kalenders aufzuschlüsseln, wo was für welchen Tag und welche Hore zu finden ist. Ferner sind Beiträge geplant, die einen auf praktischer Erfahrung beruhenden einfachen Zugang vermitteln wollen - der Kalender soll damit auf Dauer überflüssig werden. Nicht zuletzt sollen einige geistliche Texte das Gebet der Tageszeiten befruchten.

Dienstag, 16. August 2011

Fest des hl. Joachim

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Anna und Joachim mit Maria
Pfarrkirche St. Jakobus, Eschbach im Schwarzwald
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Juble auf, Joachim!
Denn aus deiner Tochter ist uns ein Kind geboren, 
dessen Name lautet: Der mit dem großen Ratschluss, das heißt: 
Der mit dem Heil der ganzen Welt Beauftragte.
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(hl. Johannes von Damaskus).

Lieber Pfarrer Fliege,

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ich schreibe Dir einen Brief, damit Du dich freust. Denn in den vergangenen Monaten hattest Du wenig Anlass zur Freude.
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... nur an der Klatsche?
Da war der böse Brief, den Dir Star-Astrologe Winfried Noé geschrieben hatte, nachdem Du dem ollen Sterndeuter im April die Frau ausgespannt hattest. Als ob es nicht glaskugelklar verhersehbar gewesen wäre, daß seine Frau einen neuen Mann und seine Tochter einen Papa mehr bekommt. Warum können die Menschen sich nicht einfach freuen, weil es etwas Wunderschönes ist, wenn Familie wächst und künftig auch Du dazu gehörst? 
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Ich kann übrigens voll verstehen, daß Du heute wieder die Geborgenheit einer Familie spüren willst, nachdem Du, um Goldes fette Barschaft lukrativ Gottes frohe Botschaft lustvoll zu begründen verkünden, Deine eigene Frau mit zwei Töchtern hast sitzen können lassen wollen müssen. Jetzt kannst Du wieder Sex machen mit der Ex (von dem Noé) und kannst wieder beten, denn über Bild hast Du uns allen gerade mitgeteilt, daß Du nach dem Sex betest. Daß mich nicht die Bohne interessiert, ob Du mit abgesaftetem Schniedel betest, sage ich Dir jetzt nicht, denn Du sollst Dich ja freuen.
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Wenig Anlaß zur Freude boten auch mißgünstige Berichte, nachdem Du Dich für einen kraftfeldorientierten esoterischen Raumtrockner in die Bresche geworfen hattest. Diese Toren! Diese schulmedizinischen Erbsenzähler! Diese ungläubigen Warentester! Wissen Sie denn nicht, daß Du immer nur das Beste für Deine vertrauensseligen Schäfchen empfehlen magst und es Dir, wo es um das Beste für Deine vertrauensseligen Schäfchen geht, ganz egal ist, ob der bedünkelte Raumtrockner überdies von einem Scientologen feilgehalten wird? Ja, keiner weiß wie Du, daß der Glaube Berge versetzt - viele kleine Berge Geldes aus vielen kleinen Taschen zu einem großen Geldberg in Deiner Tasche - welch ein Wunder, was für ein Zeichen!
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Kaum besseren Anklang findet nun Deine Fliege-Essenz. Für schlappe knappe 40 Euro auf volle 95 Milliliter bietest Du der Welt einen ultimativen Cocktail, der "spirituelle Informationen vereint mit lebendigen biologischen Trägern", ein "Bioregulat", über das Du das Vaterunser und 1. Kor 13 gesprochen hast. Wenn das kein Grund zur Hoffnung ist! Wenn hier der Glaube nicht selig macht! Und am größten ist das liebe Geld!
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Lieber Pfarrer Fliege, ich denke, Du siehst, daß ich Deinen Enthusiasmus uneingeschränkt bewundere. Freue Dich! Nur um eines will ich Dich bitten: Wenn Du schon der kautzig-katholischen Kirche unterstellst, daß sich dort "Päderasten wie Fische im Wasser" fühlen könnten, dann entledige Dich besser des brandings dieser Truppe, mit dem Du Deine "Internetkirche" dekorierst, auch wenn so ein katholischer Kirchenraum eine tolle Kulisse abgibt, vor dem Du mit künstlichem Nachhall Rat und Hilfe Suchende beschwallen kannst. Sonst könntest Du - wer weiß? - am Ende selbst in den Verdacht geraten, daß Dir nicht einmal mehr Kinder heilig sind, da Dir auch sonst nichts heilig zu sein scheint.
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Sei verhütet! Liebe Grüße ...
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PS: Mein Dank gilt Bild und dem Radiosender, der sonst immer solche "Briefe zum Freuen" schreibt ...

Montag, 15. August 2011

Surge, amica mea - in Assumptione B.M.V.

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Aufnahme Mariä in den Himmel
Deckenfresko von Franz Joseph Spiegler, Fridolinsmünster, Bad Säckingen
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Et dilectus meus loquitur mihi: 
Surge, amica mea, 
columba mea, formosa mea et veni;
iam enim hiems transiit, 
imber abiit et recessit,
flores apparuerunt in terra.
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Und es spricht zu mir mein Geliebter:
Erhebe dich, eile, meine Freundin, 
meine Taube, du meine Schöne und komm!
Denn der Winter ist vorüber,
vergangen der Regen,
Blumen erblühen auf der Erde.

(Hld 2, 10 ff.)
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"Kein reines Geschöpf hat auf der Welt solche Gnade,
keines im Himmel solche Herrlichkeit gefunden" (St. Bonaventura).

Sonntag, 14. August 2011

Schon mal um die Ecke geschaut ... ins Vorabendprogramm

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Das neue Diurnale ist fertig - schöner Zugang zum Stundengebet

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Heute hatte ich erstmals das neue Diurnale in der Hand, das die Petrusbruderschaft unter Federführung von Pater Martin Ramm herausgegeben hat. Es enthält - der von diurnus (bei Tage geschehend, täglich) abgeleitete Name des Buches deutet es an - vollständig die sieben Tagzeiten des Stundengebets im außerordentlichen römischen Ritus - sowohl in der Textgestalt der klassischen Vulgata wie auch in deutscher Sprache und dies für alle Tage des Jahres: Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet. So ermuntert das Büchlein, dem Wort des Psalmisten zu folgen: "Septies in die laudem dico tibi - siebenmal am Tage bringe ich Dir Lob dar" (Psalm 118).
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Das Diurnale ist ausgesprochen handlich geraten. Obgleich das Büchlein die reichhaltigen Gebetstexte sozusagen komprimiert, ist der Wille nicht zu übersehen, dem Ganzen eine dem Inhalt angemessene Form mit auf den Weg zu geben, wenngleich es nicht so bibliophil ausgestattet ist wie ältere oder aktuelle Ausgaben des vollständigen Breviarium Romanum. Der praktische Gebrauchswert steht im Vordergrund (anhand der Prim am Freitag kann man hier einen Blick auf das Layout werfen). Sieht man davon ab, daß das Diurnale nicht die Metten - das nächtlichen Stundengebet - enthält, dürfte nur noch das Breviarium als App platzsparender sein.
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Durch die deutsche Übersetzung (Rubriken und Gebrauchsanleitung inbegriffen) öffnet es zudem jenen, die der lateinischen Sprache nicht mächtig sind, einen wunderbaren Zugang zu den Tageshoren des Breviarium. So kann jeder an diesem Stundengebet teilnehmen und seine Stimme in der Zeit und über die Zeiten hinweg mit dem Chor der betenden Kirche vereinen:
Denn unermüdlich wie der Schimmer / des Morgens um die Erde geht, / ist immer ein Gebet und immer / ein Loblied wach, das vor Dir steht.
Die Sonne, die uns sinkt, bringt drüben / den Menschen überm Meer das Licht: / und immer wird ein Mund sich üben, / der Dank für Deine Taten spricht! 
(John F. Ellerton, dt. von G. Valentin)
Das Diurnale kostet, je nach Ausstattung, 60 oder 70 Euro (80 oder 90 Franken) und kann über Introibo.net hier bestellt werden.
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Gegen Spende findet sich ferner hier ein Büchlein mit Text und Noten für die Komplet - das kirchliche Nachtgebet - im außerordentlichen römischen Ritus; auch können eine Reihe weiterer wertvoller Kleinschriften zu den Sakramenten bezogen werden, die P. Martin Ramm herausgegeben hat.
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Zum Bild: Zum Schmuck der Pfarrkirche St. Jakob in Eschbach 
im Schwarzwald zählt eine Reihe emblematischer Roncaillen, 
die Anrufungen aus der lauretanischen Litanei illustrieren.
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Das Vas insigne devotionis - das "vortreffliche Gefäß der Andacht" 
ist auf Maria bezogen, kann aber auch für das von Psalmen 
durchwirkte Stundengebet gelten. Maria ist auch hier Vorbild: 
Das Magnificat zeigt, daß der Mutter des Herrn 
Sprache und Welt der Psalmen tief vertraut waren.