Sonntag, 10. April 2011

St. Peter im Schwarzwald

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Manchmal braucht man hochphilosophischen Gottesbeweise, manchmal reicht auch ein Ausflug, um zum gleichen Ergebnis zu kommen. Die Schöpfung, die Natur, die Kultur, alles ein Spiel von Urknall, Zufall und Biochemie? Wer's glaubt. Ich war derweil in St. Peter im Schwarzwald und habe ein paar Bilder mitgebracht (zum Vergrößern bitte anklicken).




Von 1093 bis 1806 prägten die Benediktiner das Leben in St. Peter. Das Kloster war die Grablege der Herzöge von Zähringen, die nebst Zollitsch City auch Freiburg im Üchtland und Bern gegründet hatten.




Von 1724 bis 1727 erbaute der Vorarlberger Baumeister Peter Thumb Kloster samt Kirche neu. Künstler aus der Region sorgten für die Ausstattung, so etwa der Schwarzwälder Barockbildhauer Matthias Faller, der unter anderem für das Orgelgehäuse verantwortlich zeichnete (das darin enthaltene Orgelwerk wurde durch den Orgelbauer Johann Andreas Silbermann anlässlich eines Besuchs allerdings als "erbärmliches Geschirr" abgetan).




Auch der Aufsatz des sandsteinernen Taufsteins (Christian Wentzinger) stammt von Faller. Man beachte die Abflugsperre des Heiligen Geistes ...




Zum Glück war ich früh genug da, um Bilder zu machen. Einige Zeit später belagerte ein Sänger- und Orchesterpulk die Kirche zwecks Generalprobe der Matthäuspassion. So sehr ich sie schätze und eine Kirche vor einem Konzertsaal gewiß der sinnvollere Ort für eine Aufführung dieses Werkes ist, so erfüllt mich das allgemeine Benehmen bei solchen Proben dennoch mit Unbehagen. Aber noch einige Blicke auf den Rosenkranzaltar  - und in den Frühling ...











Kommentare:

David Ianni hat gesagt…

Sehr schöne Bilder von einem wundervollen Ort!

Wolfram hat gesagt…

Von wem ist denn das Werk in dem Orgelgehäuse? Bzw. von wem war jenes, das J.A. Silbermann so in Grund und Boden verdammte?
(Der war damit allerdings nicht zimperlich; was nicht aus der väterlichen oder seiner Werkstatt stammte, fand äußerst selten Gnade vor seinen Augen. Auch übernahm er nie Teile des Vorgängerinstruments in seine Werke, anders als etwa Arp Schnitger...)